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KI's an unerwarteter Stelle

Aktualisiert: 14. Jan. 2023

Teil 1: Künstliche Intelligenz und Roboter wurden lange Zeit prognostiziert, aber längst nicht von der Allgemeinheit ernst genommen. Doch eigentlich ist die Zukunft längst da, nur nicht dort, wo sie erwartet wurde.



Geschichte

Schon vor in der Antike wurde über Androiden, Menschmaschinen, geschrieben.

Die Faszination für Automaten und künstliche Intelligenz im Allgemeinen reicht bis in die Mythologie und das Mittelalter. Über die Definition der künstlichen Intelligenz herrscht keine Einigkeit, da sich die Intelligenz im Allgemeinen schwer definieren lässt. Die meisten ForscherInnen stimmen aber in dem Punkt überein, dass es um die Schaffung von Computerprogrammen oder Maschinen geht, die ein Verhalten an den Tag legen können, das wir als intelligent bezeichneten, wenn es einem Menschen zugeschrieben würde. Alan Turing schlug bereits 1950 einen Test vor, bei dem ein Mensch und eine Maschine einen Dialog mit einer Prüfperson führen. Wenn diese Person nach dem Dialog nicht sagen kann, wer Mensch und wer Maschine sei, dann ist nach Turing diese Maschine intelligent.

"Schachtürke": Ein Schachcomputer, der "getürkt" war

Die Menschen hegten schon früh den Wunsch, selbst schöpferisch tätig zu werden und sich mit Gott und seinen Werken zu messen. Vor allem Künstler beschäftigten sich mit den Vorzügen künstlicher Menschen und dem Reiz, Idealfiguren zu erschaffen. So ist es ein alter Traum der Künstler, nicht nur Kunst, sondern wirkliches Leben zu schaffen, vor allem Menschen, nicht Kunst-Menschen auf Leinwand, aus Stein oder Gips, sondern Fleisch-Menschen wie die Künstler selbst. Ein Beispiel dafür ist Pygmalion. Der Bildhauer hat, von Frauen enttäuscht, mit der Liebe abgeschlossen. Jedoch verliebt er sich in eine von ihm geschaffene Statue. Später bittet er Venus, diese zum Leben zu erwecken. Diese erhört seinen Wunsch und verleiht der Statue ein Leben, sodass sie ihm später sogar ein Kind gebärt.


Pygmalion und Galathea, aus Ovid's Metamorphosen, eine frühe Darstellung

An dieser Stelle gibt es keine klare Grenze mehr zwischen göttlicher Schöpfung und menschlichem Schaffen. Auch in der Literatur wird diese Thematik verarbeitet. E.T.A. Hoffmann und Johann Wolfgang von Goethe zählen mit Werken wie «Der Sandmann» oder „Faust“ zu den berühmtesten Vertretern. Im Spätmittelalter wurde der Homunkulus (lat. Menschlein) entwickelt. Dieser Begriff bezeichnet einen künstlich geschaffenen Menschen, vor allem in alchemistischen Zusammenhängen. Das berühmteste Beispiel dafür findet sich in Goethes «Faust 2». Auch hier wird das oben genannte Phänomen des Schöpfungsgedankens deutlich. Sogar Kindergeschichten wie Pinocchio beschäftigen sich im Endeffekt damit.

Man will selbst zum Luzifer werden, gottähnlich, heute mehr denn je.


Abb. unten: Vichy Paris: Uralter Uhrwerkautomat

Erwartungen

Es wurden also vor allem menschenähnliche Roboter erwartet. Androiden, welche Uns die körperliche Arbeit abnehmen, den Haushalt erledigen, welche für Uns ins Büro gehen, - alles Mögliche wurde geträumt. Obwohl es schon Roboter aller Art gibt, sind die prognostizierten Haushaltsroboter, vielleicht ausser diesen Staubsaugmaschinen, immer noch nicht da. Es ist wohl schlicht noch zu herausfordernd, die komplexe Interaktion mit der Umwelt ins Reale zu übertragen. Wahrscheinlich ist es jetzt wirklich nicht mehr weit, aber schon bei selbstfahrenden Autos treten ethische und andere Probleme auf. Wenn man sich zum Beispiel Boston Dynamics Videos anschaut, läuft es einem kalt den Rücken hinab, welche Formen da bereits kreuchen und fleuchen, wie immer gleich für militärische Zwecke geplant, denn da gibt es auch am meisten Geld, wenn man sieht, mit welch' unglaublichen finanziellen Mitteln zum Beispiel DARPA gegenüber Universitäten ausgestattet ist.

Und doch: Ich habe noch nie einen Haushaltsroboter gesehen, der etwas taugen würde, und hätte bitter einen nötig.




Unerwartete Fortschritte

Was es hingegen längst gibt, womit wohl keiner früher gerechnet hat: Künstliche Call-Service Mitarbeiter nehmen Beschwerden telefonisch oder per Chat entgegen, sprechen kaum als KI erkennbar mit den Kunden. Andere berechnen Chemische Formeln für Medikamente, analysieren Abläufe, prognostizieren und handeln an der Börse, machen Werbung und Propaganda, posten Kommentare, schreiben Texte, recherchieren, schreiben selbst Programme, Nachrichten und vieles mehr.

Sie bestimmen auch, ob eine juristische Person einen Kredit bekommt. Aladdin, ein Supercomputer von Black Rock wurde vor einiger Zeit mit Microsoft zusammengeschaltet und sammelt selbstständig jegliche Daten über Personen im Netz und berechnet daraus die Kreditwürdigkeit, auch die von Riesenfirmen.

Andere werden zum Beispiel schon in der Überwachung eingesetzt. In mehreren Städten werden Personen lückenlos überwacht, mit dem Zusammenspiel von Gesichtserkennung, Gesprächsanalyse (auch Audiodaten!), Gangerkennung, Bluetooth Signalen, Körpererkennung: Perfekte Trackingsysteme für Überwachungsstaaten wie China sind längst Alltag. Bei einem kleinen Regelverstoss oder zivilem Ungehorsam werden Punkte automatisch abgezogen und zum Beispiel der Sünder für jede längere

Busreise oder Taxifahrt gesperrt.

Während Corona wurden auch bereits Roboterhunde und Drohnen eingesetzt, die automatisch Verstösse gegen die Lockdowns melden. Erschreckend. Skynet is real.

Doch ehrlich gesagt habe ich mit diesen Entwicklungen gerechnet.


Was ich persönlich aber nie und nimmer erwartet hätte, ist, dass sich KI's derart schnell und erfolgreich in Kunst und Kultur durchsetzen würden.

In diesen Folgen stelle ich ein paar dieser Bots vor, die mich selbst, nach ausgiebiger Recherche, am meisten faszinieren, aber auch sehr nachdenklich stimmen.


Quellen:





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