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Beitrag: Blog2_Post

Die Angst

Wie viel Angst braucht es, um die Liebe wahrzunehmen?



Angst ist das Gegenteil von Liebe. Wenn man sich der Angst widersetzt, bleibt sie bestehen, da man ihr Realität beimisst. Wie soll das gehen, wenn die Eltern ihre Kinder von Anfang an mit Angst füttern?


Nehmen wir ein paar Beispiele. Kindern bringt man bei, dass die Sonne böse ist. Sie werden mit Faktor 50 zum visuellen Sommer Schneemann und tragen einen Neoprenanzug inkl. Sonnenhut, Sonnenbrille und Schwimmhilfe. Vitamin D Adieu. Zecken sind auch ein grosses Feindbild. Der Wald wird zur Gefahr, Verstecken spielen ein No-Go. Ich wurde als Kind mit Aktenzeichen XY Geschichten verängstigt. Meine Mutter hat es geschafft, dass ich jedes Auto als Bedrohung wahrnahm, welches auf meinem Schulweg etwas langsamer gefahren ist. Niemand wollte Werner Ferrari begegnen.


Ich kenne Menschen, die haben Angst einen Vitaminmangel zu haben. Sie trinken einen Shot Zitronensaft als Booster und danach nehmen sie eine Magensäureblocker Tablette aus Angst Bauchkrämpfe zu bekommen.


Meine Tochter hat Angst, gemobbt zu werden. Sie hat also einen Teil ihrer wunderbaren Individualität und authentischem Charakter ablegen müssen, damit sie in den Einheitsbrei passt, ansonsten könnte dies auf Instagram böse enden.


Wer die Liebe nicht verstanden hat, quält sich mit Ängsten wie etwa betrogen, verlassen oder ignoriert zu werden. Aus der Angst heraus verhält man sich eifersüchtig, besitzergreifend oder nicht authentisch. Dies wiederum führt dann meistens zum nicht gewollten Resultat der Trennung. Das Liebes Angst Spiel wiederholt sich dann in der nächsten Beziehung.


Gottesfurcht ist auch immer noch sehr präsent. Dies war wohl in der Vergangenheit die am besten organisierte Angst, die man je in die Köpfe der Menschheit platziert hatte.


Angst vor Kritik ist auch ein grosses Thema, da ecke ich meistens an, da ich immer alles ehrlich ausspreche. Vor Kurzem habe ich gehört, dass Menschen, die verängstigt sind, magische und mythische Gestalten beschwören oder mit ihnen in Kontakt kommen möchten. Warum? Vielleicht, weil sie Verantwortung abgeben wollen? Angst vor dem Arzt kann ich nachvollziehen, niemand will ein Todesurteil, nur weil er oder sie gerade im falschen Augenblick bei einem medizinischen Check war.


Das Thema Selbstheilung ist anspruchsvoll, weil man die gelernten Dogmen vergessen und beerdigen muss.


Schliesslich haben wir Menschen Angst vor dem Tod. Angst vor der Nichtexistenz danach. Die Märchen vom Himmel und 100 Jungfrauen werden immer unglaubwürdiger, und der wissenschaftliche Fortschritt hat die Harfen über den Wolken ersetzt. Alle wollen leben, koste es was es wolle.


In einem schlauen Buch steht: «Man soll die Angst anschauen, dann löst sie sich auf». Ich glaube, die Angst hat meistens ein «Wurzelproblem». Die meisten, die es herausgefunden haben, mit 100 psychiatrischen Sitzungen, lässt man danach damit stehen. Juhu, wir haben es herausgefunden, doch geheilt sind sie danach nicht. Es ist eh die Kindheit, so wie immer.


Die Angst hat seit vielen Jahren mehr Präsenz als die Liebe. Wir sollten uns das endlich einmal bewusstwerden. Wir müssen unsere Ängste tatsächlich anschauen, damit wir sie auflösen können.


Vielleicht nützt uns meine Lieblingsfrage: «Was würde die Liebe jetzt tun?»

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2 Kommentare

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Max Weiss
Max Weiss
04. Jan. 2023

Ich bin mit vielem nicht einverstanden. Vielleicht ist manches auch Ansichtssache, ich verstehe Dich schon ein wenig. Trotzdem werde ich im Folgenden ungeahnt ausholen, um Dir alles, was ich glaube zu wissen, in Kürze wiederzugeben.

1. Angst ist nicht das Gegenteil von Liebe. Umgangssprachlich würde man sagen, Hass sei das Gegenteil von Liebe.

Jedoch meines Erachtens ist das Gegenteil von Liebe die völlige eiskalte Leere, die Absenz von Liebe. Aber ich verstehe, was Du meinst.

Aber eigentlich wäre Mut das Gegenteil von Angst.


2. Angst ist nützlich.

Kleines Gleichnis:

In einer Welt, in welcher man von Säbelzahntiger gejagt wurde, überlebten die Ängstlichen. Bis heute leben weniger wagemutige meistens länger. Steinzeit, nur als Metapher: Alle rennen so schnell sie können und…


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Ich bin überglücklich, dass ich nahezu angstfrei aufgewachsen bin und angstfrei lebe.

Angst frisst Seelen.

Angst lähmt.

Warum sollte man Angst vor dem Tod haben? Er kommt sowieso und lässt sich nicht austricksen.

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