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Julian Assange und die Pressefreiheit im Wertewesten – a never ending story


„In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammengetan hat, um eine einzelne Person über einen so langen Zeitraum und mit so wenig Rücksicht auf die Menschenwürde und die Rechtsstaatlichkeit absichtlich zu isolieren, zu dämonisieren und zu misshandeln.“

(Nils Melzer, ehem. UN-Sonderberichterstatter für Folter)


Am zweiten Wochenende im Oktober bildeten in London mehrere tausend Menschen eine Kette um das britische Parlamentsgebäude, um für die Freilassung von Julian Assange und für die Freiheit der Presse zu demonstrieren. Benötigt wurden dafür 5000 Menschen. Da das Parlamentsgebäude direkt an den Ufern der Themse liegt, sollte die Kette über zwei Brücken und das dazwischen liegende Ufer auf der anderen Seite des Flusses verlaufen, um den Ring um das Gebäude zu schließen. Dass die Rechnung aufging, zeigt ein kleines Video bei Twitter. [1]


Es war nicht ganz einfach, Material im Internet zu dieser Aktion zu finden. Die deutschen Mainstreammedien ließen sich am nächsten Tag zwar dazu herab, darüber zu berichten, aber nur, um die Aktion kleinzureden. Von ein paar hundert Demonstranten war lediglich die Rede. Deutsche Journalisten der Mainstreampresse recherchieren ja nicht mehr, sondern schreiben alle nur brav ab, was ihnen dpa vorgibt.

Denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf. Man hat immer schön auf Linie zu bleiben, weswegen auch im Vorfeld tunlichst vermieden wurde, über diese Aktion zu berichten, zu der Stella Morris, Assanges Ehefrau, bereits schon Anfang September aufgerufen hatte.

Ebenso wenig findet man Informationen, dass zeitgleich in München ein Protest stattfand, der sich mit der Londoner Aktion solidarisierte. [2]

Auch über die Tatsache, dass der amerikanische Filmregisseur Oliver Stone sich mit den Protestierenden in London solidarisierte, findet man keine Informationen, es sei denn, man liest RT-Deutsch.[3]

Soviel zur Pressefreiheit im "Werte"westen, in der sich die sogenannten Journalisten inzwischen vollständig zu Wasserträgern des Establishments gemacht und somit auch viel Schuld auf sich geladen haben. Nicht nur, dass sie - bis auf wenige Ausnahmen – sich auffallend ungern zu dem Fall Assange äußern, machen sie sich durch ihre Propaganda und verzerrten Darstellungen an den Kriegen des Westens mitschuldig, jener Kriege, deren Gräueltaten unter anderem Assange aufdeckte. Der überwiegende Teil an Journalisten der Mainstreampresse unterstützt nicht nur die aktuelle Politik, statt sie kritisch zu betrachten, sondern sie sind durch ihre Berichterstattung und durch die zunehmende Diffamierung der Friedensbewegung zu Kriegsverbrechern geworden! Und genau deswegen schweigen sie weiterhin in der Causa Assange.


[1] URL: https://twitter.com/avtramontano/status/1578749219879329792 [2] URL: https://www.youtube.com/watch?v=8TXFadSCtqo [3] URL: https://www.extremnews.com/nachric.../medien/a0b018cf7974229



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